Manfred Chobot: Lebenslänglich Wichtelgasse

Wiener Erkundungen

Löcker Verlag
Wien 2012

Mit seinem jüngsten Buch erweist sich Manfred Chobot einmal mehr als Autor, der vom ernsten bis zum lakonischen oder sarkastischen Duktus alles beherrscht. Gerade hinsichtlich der vorliegenden Themen erweisen sich die stilistischen und Genre-Wechsel als den Inhalt verstärkende Instrumentarien.

„Lebenslänglich“ sind wir den Mechanismen der immergleichen gesellschaftlichen und kleinbürgerlichen Rituale ausgesetzt bzw. gestalten diese mit – der Autor unternimmt einerseits sachliche, andererseits humorvolle Diskurse zu den Themen Müll (Entsorgung) oder Shopping, die Donau, Strandbaden oder auch Vereinsmeierei.

Zudem sind die jeweiligen Titel ausgesprochene Impulsgeber: „MÜLL – EIN ANFALL UND EINE ABFUHR“ heißt es beispielsweise.
Chobot spiegelt äußerst treffend Banalitäten, Unausweichlichkeiten und festgefahrene Muster von Durchschnittsmenschen und deren Aktionsradius, die kleinen Passionen, Fallen und Verführungen. Der Autor entwirft dabei auch ausgesprochene Typologien von Menschen.

Ein empfehlenswertes Buch, das aufzeigt, wie humorvoll und spannend der Alltag und seine kleinen Abgründe in dieser unserer urbanen spätkapitalistischen Wirklichkeit sein können.

Petra Ganglbauer

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