Günter Vallaster: Hinter dem Buchstabenzaun

Extended Versions. Mit Transformationen von Ilse Kilic und einem Vorwort von Fritz Widhalm

edition ch
Wien 2008

Insistierend, von einer Dringlichkeit, wie sie Träume einfordern, sind die Texte Günter Vallasters in dem handlichen und liebevoll gestalteten Buch.

Wir finden Listen (oder Textvertikalen), Tableaus oder einfach scheinbar assoziative Folgen von Wörtern; gemeinsam ist ihnen diese eigenwillige Verkehrung der Sicht, diese Umkehrung des Standpunkts oder „Auskehrung“ jeglicher Linearität. Geometrisch gelenkt zunächst – erscheint diese Perspektive und ist dann doch jenes Schweben in einem multidimensionalen Raum, ätherisch und federleicht, licht: dieses wortwörtliche durch-die-Wände-Gehen Vallasters. Schön, berührend. Ungewöhnlich. Das Subjekt nimmt sich zurück, gliedert sich ein und ordnet sich den Dingen unter.
Die Benennung der Dinge wird in Frage gestellt; nichts ist mehr (sicher).
Ein dichtes und ebenso leichtes Gewebe, das lesend anzuziehen ich empfehle!

Ergänzt werden die weitgefassten Wortfelder „hinter dem Buchstabenzaun“ durch ein Vorwort Fritz Widhalms und textuelle Transformationen von Ilse Kilic.

Petra Ganglbauer

Gerhard Jaschke: Endlich doch noch

Kurzprosa

Sonderzahl Verlag
Wien 2008

Aus den „geheimen“ Ecken des Lebens und der Literatur gegriffen sind die kurzen Prosastücke in diesem Band.

Wie so oft in Gerhard Jaschkes Büchern erfolgt die konsequente Einbindung intertextueller Bezüge: als literarische Kommunikationspartner fungieren Zürn, Ovid und viele andere.

Diese Texte muten subtil humorvoll an; das sprechende Subjekt nimmt sich selbst aufs Korn, auch, weil es sich unter der Domäne einer fast schon lächerlichen Schicksalhaftigkeit weiß, einer allgemein menschlichen, die wohl jeden von uns betrifft.
Insofern gehen wir Leser/innen einen Pakt mit dem Autor ein.

Melancholie kommt da bisweilen auf, schwarzer Humor, dann wieder regiert der sprachspielerische Gestus, schließlich essayistische Trockenheit. Dies alles zeichnet die vorliegenden Texte aus: Sie sind lakonisch wie das Leben selbst.

Der Autor gewährt uns einen ironischen Blick auf Sinn und Unsinn des Lebens.
Endlich doch noch!

Petra Ganglbauer