Walter Pucher, Martin Burkhardt: harzblut stark riechend

Lyrische Portraits

edition ch
Wien 2006

Spannend an diesem Lyrikband ist – um erst einmal bei der Sprache zu bleiben – die Zusammenschau aus sprachstrukturellen Verfahren und einer ziemlich deutlichen Metaphorik.
Dazu kommt noch der enge Bezug zur Mythologie.

Was sich der Leserin, dem Leser offenbart, ist von einem konsequenten, manchmal bewusst strengen Duktus getragen, wie eben auch hinter jedem (sprach)spielerischen Prinzip stets Disziplin verborgen ist.

Wiederkehrend Parenthesen, die mitunter dem Text nachgestellt sind, d.h.: insofern auch eine weitere Titelzeile ergeben könnten oder eben auch komplementär wirken bzw. nachdrücklich, verstärkend.
Die Lesarten sind somit vielfältig: versteht man die Klammerausdrücke als Zusatzstimmen oder als Tiefenschichten der Sprache? Ich denke, dass sich im Laufe der wiederholten Lektüre immer neue Ebenen erschließen. Walter Pucher lässt jedenfalls Raum für gedankliche Einmischungen.

Schön die beigestellten Arbeiten von Martin Burkhardt; sie schaffen die Basis für ein dialogisches Prinzip in diesem Buch, eröffnen sich doch formale Spannungen im Zusammenwirken beider Kunstgattungen.

Ansprechend gestaltet der Band überhaupt. Lesens- und betrachtenswert!

Petra Ganglbauer