Ferdinand Schmatz: Portierisch

Haymon Verlag
Innsbruck 2001

Flüchtige Erzeugnisse, Momentaufnahmen, herausgelöst aus dem Weltfundus, auch wenn sich auf diese Weise ein kleiner Ort mit seinen Menschen darstellt.
Dialoge, Gedanken, Bilder als plötzliches Hervortreten und Auftauchen, als wesenhafte Neuheiten, – manchmal unerwartet –, dann wieder dem Bestreben der Leserin assistierend, indem kleine Kausalitäten, Überbrückungshilfen geschaffen werden. Poetisch die Zwischentitel; sie schaffen Distanz.
Etwa: DIE JAGD UND DER ROTE PUNKT / ODER DAS INTERVIEW KANN BEGINNEN

Ferdinand Schmatz siedelt seine Aufzeichnungen zwischen den Gattungen an, erzählend, reflektierend undsofort, und läßt sie so in Bewegung.
Dergestalt webt er das Wahrnehmungsnetz über einen sehr konkreten Inhalt:
Ein Tal in den steirischen Bergen samt seiner Bewohner, die im Aktionskreis eines Gutsherren leben und sich dieses Leben auch hart erarbeiten. Personen. Erinnerungen. Ereignisse. Begebenheiten. Gespräche.
Interessant ist vor allem der Versuch, etwas thematisch Erdiges, Bodenständiges derart zu zeichnen. Trotz der Konkretheit, der ausgangsörtlichen Gegenständlichkeit wird alles und jedes, selbst das sprechende, denkende, schreibende Ich Teil dieser insgesamten Vernetzung.

Wieder eine schöne Herausforderung.

Petra Ganglbauer