Ilse Kilic: Das Wort als schöne Kunst betrachtet

Ritter Verlag
Klagenfurt-Wien 2008

Es ist förmlich (wörtlich und zahlenmäßig) ein Genuss, Ilse Kilic durch ihr Buch zu folgen. Sie führt – wie so oft in ihrer Arbeit – das im strengen Sinne Poetische mit dem Verspielten, Kindlichen zusammen; zugleich wirkt jedoch auch eine ungeheure Akribie in ihrer Arbeit.

Ein scheinbar simples Ich erzählt aus der literarischen Alltagswirklichkeit. Es spricht viele Facetten, Ansichten und Rückseiten des Schreibens an; es stellt auch notgedrungen Überlegungen zum Autor/inn/endasein mit alle seinen Tücken, Fallen und Freuden an, von der Inhalation des eigenen Ideenwerks durch andere bis zur Interdependenz von eigenen und anderen Texten.

Ilse Kilic zeichnet zudem eine poetische Landkarte der augenblicklichen experimentellen literarischen Szene in Österreich. In so fern enthält das Buch auch ein wesentliches Stück Literaturgeschichte. Es ist spannend, reizvoll und geheimnisvoll, steckt voller Methoden und Anläufe, quert die Gattungen und verschränkt das Numerische mit dem Buchstäblichen.
Es ist sinnlich, spannend und dennoch äußerst genau konzipiert!

Petra Ganglbauer