Rudolf Kraus: warten auf beckett

sprachminiaturen

Verlagshaus Hernals
Wien 2016

Deftig, heftig sind die meisten, der meist einem Autor, Musiker, einem Künstler, Schauspieler etc. gewidmeten Gedichte, explizit und expressiv (eines ist demgemäß August Stramm gewidmet) – zwei der Gedichte allerdings fallen sofort ins Auge, es sind jene, die sensibel den Blick auf die Welt richten, jenes, das der Autor sich selbst widmet „… stumm bin ich wieder / herbstfrischlingskind“ und jenes mit der ersten (TItelzeile?) „der schlaf hat innere Augen“ – sie sind von einer gewissen Zartheit im Umgang mit Wahrnehmung!

Die übrigen sind in der Mehrzahl laute, grelle, trotzige Worterhebungen: „wenn die Fackel brennt“ (an karl kraus etwa, „fettes blau / brennt sich ins papier“ (für hermann permann; unter den Texten sind auch Repliken auf Bücher wie zum Beispiel „Dreizehnter Würfel“ von Zsuszanna Gahse.

Als Eingangsgedicht findet sich „Krausrudi – Leopoldrudi“ von Hermann Permann.

Ein Buch, das die Verständigung mit Dichterinnen und Dichtern sowie deren Werken aufnimmt!

Petra Ganglbauer