Waltraud Seidlhofer: Tage, Passagen

Klever Verlag
Wien 2009

Die Texte Waltraud Seidlhofers sind Teilstücke eines lange schon zuvor begonnen Sprachexkurses.
Es sind diese Wanderungen im urbanen wie im ruralen, in der Sprache wie in der Welt, die Seidlhofer unausgesetzt unternimmt, und es mutet an, als wären wir ab und an eingeladen, ihr, der Autorin, zu folgen, wiewohl sie, die Autorin, sich – quasi für sich – auf dieser Endloswanderung befindet, die regelmäßig in Büchern ihren Niederschlag findet. Eine Konsekution ist das Unterfangen des Lesens, wir folgen einer ganz spezifischen Schreibbewegung oder Wahrnehmungsweise, es ist, als legte Waltraud Seidlhofer ein Raster über das Weltgelände, wodurch all jenes, das unter dem Raster liegt, gelöscht wird und alles, was sichtbar ist, auch lesbar wird.
Aus großer Genauigkeit ist dieser Textkörper geschrieben, eine Textur, die, wie viele ihrer Vortexte geometrisch und akribisch anmutet. Eine der Hauptqualitäten ist die Nachdrücklichkeit, mit der die Autorin, den Landschaften, Formen, Linien visuell und also verbal nachspürt.
Dergestalt spiegeln sich Mikro- und Makrokosmos, Körper und Landschaft in den vorliegenden Texten.

Waltraud Seidlhofer
Podium Porträt 48

Podium Verlag
Wien 2009

Spannend ist auch das Podium Porträt, welches, ausgestattet mit einem trefflichen Vorwort von Christian Steinbacher, die literarische Entwicklung der Autorin aufzeigt.

Beides [wie: Tage, Passagen] ist sehr empfehlenswert!

Petra Ganglbauer