Marián Hatala: wenn du vorhast nachts klavier zu spielen

Verlag FOART
Bratislava 2008

Ein schönes Buch, um wieder und wieder darin zu lesen.

Der Autor schneidet sprachliche Kurven an, er biegt tangential ab oder zündet voll Humor das Feuerwerk der Worte.

Meist ist es das Nicht Erwartete, Nicht Erahnte, das sich uns mitteilt.

Ja, es ist nicht selten so, dass wir Leser/innen hängen bleiben bei einer Zeile, weil die lyrische Aussage der Sentenzen eine Wende nimmt. (Die uns freilich nicht vertraut, manchmal auch auf irrwitzige Art fremd ist.)

Hatala bewegt sich im Raum zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren, dort verfährt er literarisch: „kaum beginnen wir/uns oft und tief/zu verbeugen/wachsen uns schon einige zwerge/über den kopf“

Der Autor zieht alle Register, mit seinen lebensohilosophischen „logischen“ Schlüssen überrascht und unterhält er uns.

Ein Buch voll von sprachlichen Inversionen und gedanklichen Luftsprüngen.
Ein unterhaltsames Buch!

Petra Ganglbauer

Erika Kronabitter: Mona Liza

Roman

Limbus Verlag
Innsbruck-Hohenems 2007

Ein expressives, lautes Buch ist das, eines das aufhorchen lässt: der Untertitel des Romans lautet „Die Prosa der Verhältnisse“.

Diverse Rollenklischees, die Frau als Gebärmaschine, als angepasstes Weibchen etc. werden angesprochen, aufgezeigt und zugleich in Frage gestellt und unterwandert.

In immer neuen Anläufen, Zugängen, Schnitten, Rückblenden, Bewusstseinswiedergaben rollt die Autorin das Leben der Ich-Erzählerin auf; so Zeit- und- Raum-verschnitten wie das Leben eben ist. Dabei pendelt der Erlebnis- und Empfindungsraum gekonnt zwischen ausgesprochener Involviertheit und bewusster kühler Distanziertheit hin und her. Nicht viele Bücher gibt es, die so komponiert sind und dennoch so reich Inhalt, Geschehen, innerseelische Bewegtheit transportieren. Die meisten montageartig komponierten Werke sind dann schon wieder viel zu materialverliebt.

Immer wieder tauchen Sätze auf, die wie von irgendwoher oder besser, von einer bewussten Instanz in den Welt- und Lebensraum gestellt werden: „Wir müssen annehmen, dass die Zeiten schlechter werden, weil die Bilder bunter werden.“

Zugleich gibt es – Motto für Motto – eine durchgängige Begleitung auf einer Metaebene: Etwa: „Der Versuch/“leichthin“/ zu sein: eine Art/ des Flanierens.“

Da ist einmal die mitteilsame Protagonistin, die verschiedene Lebens- und Bewusstseinsphasen durchwandert; da ist aber auch Liza, eine Art Alter Ego, eine Stimme, die stärkt und aufmuntert, aber auch herausfordert.

Erika Kronabitter spricht viele Themen an, die beispielgebend für die zeitgenössische österreichische Literatur von Frauen generell sind, wie etwa das Geschlechterverhältnis, die Mutter-Tochterbeziehung, die Definitionsmacht der Sprache…

Und das ist wichtig!

Petra Ganglbauer