Gregor M. Lepka: An der Zeit vorbei

Mitter Verlag
Wels 2011

Der Gestus, den Gregor M. Lepka in vielen seiner Gedichte anwendet, ist vergleichbar mit einer in den Raum der Poesie transferierten „tangentialen Abbiegung“.

Der Lyriker, zu dessen besonderem Geburtstag auch ein Podium-Porträt erschienen ist, peilt in Zeilen wie „Wenig nur über dem See“, „An der Zeit vorbei“, „Schon ausgezogen“, „Gedacht, über die Dinge nachgedacht“ im 1. Teil seines Buches jenen schmalen Grat an, auf dem der Welten-Wandelnde die Dinge nicht mehr ins Visier nimmt, nicht abbildet, nicht zu besitzen sucht.
In vielen dieser Gedichte artikuliert sich das Unwägbare, das Dazwischen, das Fragile, Namenlose.

Im Lauf des Buches jedoch, vornehmlich in Teil 2, der auch mit zahlreichen Hommagen ausgestattet ist, die auf den poetischen oder vielmehr topografischen Kontext des Autors schließen lassen, findet die Gedankenlyrik ihre Rückbindung im Materiellen, wird greifbarer auch: „ÜBER DEN HÜGEL HINAUS“; „DIE SPRACHE“. Dennoch umspannen auch diese Texte das Unfassbare, suchen ihm Markierungen abzuringen. Letztlich geht es um die Existenz schlechthin und die Parameter Raum und Zeit fungieren dabei als weit gefasste Gratmesser.

Teil 3 versammelt „Reaktionsgedichte“, verstärkende Notationen zu Zitaten von Elazar Benyoetz.

Petra Ganglbauer