Ilse Kilic: Wie der Kummer in die Welt kam

Ritter Verlag
Klagenfurt-Graz 2013

Das Interagieren von Autorin und Romanfigur sowie die Reflexion über das Komponieren von Romanen insgesamt stehen im Mittelpunkt dieses sinnlichen und ansprechenden, mit zahlreichen Zeichnungen der Autorin und weiterem dokumentarischem Bildmaterial ausgestatteten Buchs.

Figuren werden von Werk zu Werk ab und an wiederverwertet, das wird offensichtlich; oder sie finden sich von selbst ein, entwickeln ein Eigenleben, verweigern sich jedoch allenthalben auch ihrer Einbindung.
Soviel wird in dem für die theoretische Auseinandersetzung mit dem Entstehungsprozess von Romanen vorliegendem exemplarischen Werk, das die Figur Ria Monika Glomp (sie hatte bereits mehrere Auftritte im Werk von Ilse Kilic) einleitet – und welches wie ein Buch im Buch anmutet –, evident.
Rund um ein mysteriöses Paket werden spannende erzählerische Exkurse unternommen…Thrill garantiert!

Ilse Kilic versteht es, Literatur- und Schreibtheorie auf lockere, anspruchsvolle und unterhaltsame Art zu beleuchten. Text-Variationen und Genrezugänge werden durchgespielt: Enzyklopädisches, Briefe, Zitate von anderen Autor/inn/en, Textanalysen klingen an.
Ein spannendes Kapitel Schreibforschung ist dieses Buch zudem, ein Buch mit Seltenheitswert, das sich inhaltlich freilich in die Publikationen der Autorin aus den letzten Jahren gut einreihen lässt.

Petra Ganglbauer