Magdalena Knapp-Menzel: ich spreche nicht

deutsch-japanisch
Manabe Anton: Satz, Nachdichtung, Holzschnitte

herbstpresse
Wien 2007

Es fällt schwer, während der Lektüre dieses Buchs die exzellente Interpretation der Autorin selbst nicht in Ohr und Auge zu behalten. Tatsächlich spricht sie bei jedem geschriebenen Wort, jedem Staccato, jeder rhythmischen Konsequenz mit, wenn ich in diesem Buch lese.
Widerständig, scharf wie eine geschliffene Klinge muten diese Textsequenzen an, die Autorin zerteilt, zerschneidet, legt offen und frei, was sich an Zutaten in der Sprache verbirgt.
Sie zerkleinert und zerklaubt derart, dass neue verblüffende Sinnzusammenhänge entstehen, die ganz nahe an den Ursprüngen der Sprache, ja, auch nahe an dem, was vor der Sprache liegt – das Schweigen? – angesiedelt sind. Da rennt sich ein aufmüpfiges lyrisches Subjekt den Kopf an: wieder und wieder. Kopf gegen Wand. Gegen Welt. Und noch einmal.
Hin und wieder gibt es kreisende, runde Stellen in den Textabschnitten, dann wieder Zäsuren, hart und irrwitzig.

Kongenial die Holzschnitte (Satz, Nachdichtung) von Anton Manabe.
Ein empfehlenswertes Buch!

Petra Ganglbauer