Monika Giller: Schwarzlicht

Erzählungen

Edition Art Science
Wien und St. Wolfgang 2011

Diese Erzählungen sind dicht gestrickte, emotional aufgeladene Stücke Wirklichkeit (oder fingierte Wirklichkeit). Sie packen zu.
Schon der Cover leuchtet in der Signalfarbe Rot, das Bild in seiner Mitte mutet wie eine Sinnestäuschung an: Einmal zieht es das Betrachter-Auge in die Tiefe, ein anderes Mal stülpt sich der Grund des Bildes aus, als ob er direkt ins Auge fahren wollte.

Monika Gillers Erzählungen bewegen sich tief in und an den Rändern der Wirklichkeit, befassen sich gleichermaßen mit Leidenschaft wie mit der Vergänglichkeit von allem. Sie fassen hinein ins Farbige, Bunte, in die Lebenslust und lassen zugleich etwas Anderes anklingen, etwas das weitaus fragiler ist, das alles auch irgendwie in Frage stellt.

Es sind Geschichten von Leben, Liebe, Abschied, manche ironisch gebrochen und doch insistierend; der Erzählstil ist oftmals ein kreisender; Giller wendet wiederholt Komposita, Assonanzen an, knüpft Worte an Worte, spinnt einige der Texte immer wieder in leichten Abwandlungen weiter.

„Der Staub liegt wie ein Sandstrand in den Zimmern.“, heißt es in einer der Erzählungen. Die Unausweichlichkeiten des Lebens liegen ganz dicht an den Träumen. Dies wahrzunehmen legt dieses Buch nahe.

Petra Ganglbauer

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